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In diesem Zusammenhang sind verschiedene Social Networking Sites (SNS) entstanden. Es sind dies umfangreiche Portale, in denen sich angemeldete Benutzerinnen und Benutzer treffen, Freundschaften schliessen und Nachrichten, Fotos und Filme austauschen. Dazu füllt man ein persönliches Profil aus unter Angabe von mehr oder weniger detaillierten Auskünften über die eigene Person, Vorlieben und Überzeugungen. Die bekanntesten Sozialen Netzwerke (facebook, MySpace, StudiVZ etc.) gewinnen stetig zahlreiche Neumitglieder hinzu.
SNS stellen den Datenschutz vor neue Herausforderungen. Datenschutzgesetze waren ursprünglich darauf ausgerichtet, Personendaten vor der unrechtmässigen oder übermässigen Bearbeitung durch den Staat, später auch durch die Wirtschaft zu schützen. Mit den SNS sind nun drei grundlegend neue Aspekte aufgetaucht:
Eine Vielzahl von vormals als persönlich oder privat angesehenen Daten werden durch die SNS-Teilnehmer freiwillig einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.
Privatpersonen, Unternehmen, Regierungsstellen usw. erhalten somit einfach und anonym Zugriff auf persönliche Daten.
Die Teilnehmer können auch Daten über Nichtmitglieder auf SNS hochladen. Diese Daten werden somit der Öffentlichkeit ebenfalls zur weiteren Bearbeitung zugänglich gemacht.
SNS bergen viele Vorzüge für die Gesellschaft, so zum Beispiel die Möglichkeit, Networking zu betreiben, Kontakte über Landesgrenzen hinaus zu knüpfen oder eigene Inhalte zu publizieren. Es ist daher nicht die Absicht dieser Erläuterungen, SNS grundsätzlich zu verurteilen. Das Ziel ist die Sensibilisierung der Behörden, Provider und User für einen korrekten und datenschutzkonformen Umgang mit Personendaten bei SNS.
Die Benutzung des Internets ist aus der heutigen beruflichen und privaten Welt in unseren Breitengraden nicht mehr wegzudenken. Das Medium birgt verschiedene bekannte Gefahren, die auch in Sozialen Netzwerken drohen. Übeltäter können sich dabei die spezifischen Voraussetzungen der SNS zunutze machen. Zu diesen Voraussetzungen gehört unter anderem eine Neubesetzung der Begriffe Vertrauen und Vertraulichkeit.
Wo Freundschaft zunehmend quantitative Aspekte hat, ist es unter Vorspiegelung falscher Tatsachen oder gar Annahme einer falschen Identität einfach, zum «Freund» von jemandem zu werden und also in Besitz von Informationen zu gelangen, die einem das Gegenüber in einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht vielleicht nicht mitteilen würde. Die Behauptung solcher Netzwerke, man verlagere einzig die alltägliche Kommunikation unter Freunden ins Internet, suggeriert eine Intimität, die in einem weltweiten Medium nicht gegeben ist, zumal wenn die Zugangshürden zum Netzwerk niedrig sind.
Wer SNS unvorsichtig und ohne Vorkehrungen benutzt, setzt sich folgenden Risiken aus:
SNS sind meistens gratis, aber sie sind keine gemeinnützigen Einrichtungen. Es findet ein «Handel» statt: Dienstleistungen für Benutzerinnen und Benutzer im Tausch gegen deren Daten. Hinter den Portalen steckt eine geballte Marktmacht, stecken führende internationale Unternehmungen, die unter dem Druck von Investoren und Aktionären wachsende Profite generieren müssen. Das einzige, was ein Social Networking Service anzubieten hat, sind Personendaten - und der Börsenwert eines SNS spricht Bände über deren Wert.
Soziales Netzwerken im Internet ist ein relativ neues Phänomen, und es werden laufend Erfahrungen gesammelt damit. Es ist daher auch wahrscheinlich, dass künftig neue Gefahren und Sicherheitslöcher auftauchen werden.
Aus der Sicht des Datenschutzes sind folgende Empfehlungen zentral:
Verschiedene europäische Datenschutzgremien haben sich bereits eingehend mit der Thematik befasst. Weitere Informationen finden Sie unter:
Frauenhofer-Institut für sichere Informationstechnologie SIT. Privatsphärenschutz in Soziale-Netzwerke-Plattformen. Darmstadt, 23. September 2008 (PDF).
International Working Group on Data Protection in Telecommunications. Bericht und Empfehlung zum Datenschutz in sozialen Netzwerkdiensten «Rom Memorandum». Rom, 3./4. März 2008 (PDF).
European Network and Information Security Agency ENISA. Position Paper No. 1: Security issues and Recommendations for Online Social Networks. Editor: Giles Hogben. October 2007.
European Network and Information Security Agency ENISA. Position Paper No. 2: Reputation-based Systems: a security analysis. Editors: Elisabetta Carrara and Giles Hogben. October 2007.
[1] Folgende Empfehlungen basieren im Wesentlichen auf dem Rome memorandum der International Working Group on Data Protection in Telecommunications.
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