Datenübermittlung von WhatsApp an Facebook

30.09.16 - Am 27. September 2016 hat der Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit des Bundeslands Hamburg, wo das US-Unternehmen Facebook eine Niederlassung für das deutschsprachige Werbegeschäft betreibt, eine Verwaltungsanordnung erlassen. Diese untersagt Facebook, Daten von deutschen WhatsApp-Nutzern zu erheben und zu speichern und fordert das Unternehmen auf, die bereits übermittelten Daten zu löschen. Gegenwärtig ist noch offen, ob Facebook dieser Anordnung Folge leisten wird.

Obwohl die beiden Unternehmen nach dem Erwerb von WhatsApp durch Facebook vor rund zwei Jahren kommuniziert hatten, dass die Daten der Nutzer nicht miteinander ausgetauscht würden, ist es inzwischen zu einer Weitergabe der Telefonnummer von WhatsApp-Nutzern an Facebook gekommen, ohne dass vorgängig eine Einwilligung der Betroffenen eingeholt wurde. Von diesem Datentransfer sind auch eine grosse Zahl von WhatsApp-Userinnen und -Usern in der Schweiz betroffen.

Es ist üblich und sinnvoll, dass die Datenschutzbehörden ihre Aufsichtstätigkeit gegenüber global tätigen Unternehmen international koordinieren. Der EDÖB steht denn auch seit Bekanntwerden des erwähnten Transfers in Kontakt mit dem hamburgischen Datenschutzbeauftragten und anderen europäischen Datenschutzbehörden.

Sollte Facebook den Transfer freiwillig oder aufgrund einer gerichtlichen Anordnung im Ausland rückgängig machen, wird der EDÖB darauf drängen, dass die Anpassungen auch gegenüber den Userinnen und Usern in der Schweiz umgesetzt werden.

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