Kundenkarte im Detailhandel

Einwilligungsklauseln in Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) können problematisch sein. Mit der Einführung der Warenkorbanalyse bei Coop Supercard ging eine AGB-Änderung einher, mit der Coop die Zustimmung zur Analyse der Einkaufsdaten einholte. Die Kunden haben die neuen AGB durch Setzen eines Häkchens akzeptieren können und wurden dort nochmals kurz auf die Warenkorbanalyse und auf die relevanten Ziffern in den AGB hingewiesen.

Coop bietet ihre Kundenkarte Supercard seit dem Jahr 2000 an. Heute benutzen rund drei Millionen Haushalte in der Schweiz eine Supercard. Im Jahr 2005 haben wir die Datenbearbeitung im Zusammenhang mit dieser Kundenkarte kontrolliert und verschiedene Verbesserungsvorschläge und Empfehlungen im Schlussbericht erlassen. Gegenstand der neuen Kontrolle war einerseits die Umsetzung unserer damaligen Vorschläge und Empfehlungen. Andererseits wollten wir die wesentlichen Veränderungen im Zusammenhang mit dem Supercard-Programm festhalten und datenschutzrechtlich beurteilen.

Unsere Abklärungen ergaben, dass Coop sämtliche Vorschläge und Empfehlungen aus dem Schlussbericht von 2005 umgesetzt hat. Die bedeutsamste Neuerung bei Supercard stellt die im September 2012 eingeführte Analyse der Einkaufsdaten (Warenkorbanalyse) zur gezielten Kundenansprache dar. Dazu hat Coop die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zur Supercard angepasst. Darin wird transparent über Art und Zweck der Datenbearbeitung und die Rechte der betroffenen Personen informiert. Bestehende Kunden wurden beispielsweise an den sogenannten «Superboxen» in den Coop-Filialen auf die AGB-Änderungen hingewiesen und aufgefordert, ihre Zustimmung zu erteilen. Auch ohne diese Zustimmung ist eine Nutzung der Supercard ohne übermässige Nachteile weiterhin möglich.

Neue Teilnehmer am Supercard-Programm müssen die neuen Bestimmungen und damit die Warenkorbanalyse akzeptieren. Da die Umstellung der Datenbearbeitung zur Warenkorbanalyse für bestehende Kunden eine grosse Änderung bedeutet, kann eine einseitige Änderung der AGB trotz Akzeptanz durch den Kunden an der «Superbox» problematisch sein: Einzelne Kunden waren sich unter Umständen der Tragweite der Datenbearbeitung nicht bewusst oder haben die neuen AGB bloss flüchtig gelesen. Coop hat dieses Problem entschärft, indem sie am Ort der Zustimmung zu den neuen AGB nochmals auf die Warenkorbanalyse und die relevanten Ziffern hinwies. Die Warenkorbanalyse war im Zeitpunkt unserer Kontrolle noch nicht vollständig umgesetzt.

Wir konnten jedoch feststellen, dass Coop sich der datenschutzrechtlichen Problematik in diesem Zusammenhang bewusst ist und sich bemüht, die entsprechende Umsetzung in den Systemen sorgfältig auszuarbeiten. Besonders hervorzuheben ist dabei die transparente Information gegenüber den Kunden, sei es auf der Website von Supercard oder in entsprechenden Medienartikeln in ihrer Kundenzeitschrift. Trotz des insgesamt positiven Gesamtbilds formulierten wir in unserem Schlussbericht Verbesserungsvorschläge bezüglich Transparenzerfordernissen und Auskunftserteilung. Coop hat diese allesamt angenommen und Umsetzungsvarianten zugesichert.

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