Sachverhaltsabklärung zur Kredit- und Wirtschaftsauskunftei Moneyhouse

Wir haben gegen die Auskunftei Moneyhouse Klage vor Bundesverwaltungsgericht eingereicht, weil diese nicht alle unsere Empfehlungen angenommen hatte. Unter anderem erwarten wir eine Klärung des Begriffs des Persönlichkeitsprofils und hoffen, dass ein Entscheid noch in diesem Jahr gefällt wird.

In unseren zwei letzten Tätigkeitsberichten haben wir über unsere Sachverhaltsabklärung und die Empfehlungen betreffend die von itonex AG betriebene Plattform www.moneyhouse.ch berichtet (vgl. insbesondere 22. Tätigkeitsbericht 2014/2015, Ziffer 1.8.3). itonex AG hat übrigens im Berichtsjahr den Namen des Unternehmens in Moneyhouse AG geändert (nachfolgend Moneyhouse). Da das Unternehmen gewisse Empfehlungen nicht annahm, legten wir die strittigen Fragen nun dem Bundesverwaltungsgericht zum Entscheid vor.

Unsere Klage betrifft insbesondere folgende Punkte:

  • Moneyhouse veröffentlicht Personendaten der eigenen Datensammlung und verknüpft diese mit Daten von anderen Dienstleistungsanbietern. Wir sind der Meinung, dass schon die Zusammenstellung der eigenen Daten Persönlichkeitsprofile darstellen und Moneyhouse zudem den Besuchern der Plattform die weitere Zusammenstellung von noch umfassenderen Profilen ermöglicht. Die Persönlichkeit der betroffenen Personen wird durch diese Bearbeitung verletzt. Die Verletzung kann nur durch das Einholen der Einwilligung gerechtfertigt werden. Wir möchten mit unserer Klage erreichen, dass Moneyhouse entweder die angebotenen Dienstleistungen so anpasst, dass keine Persönlichkeitsprofile mehr bearbeitet werden oder dass die Einwilligung aller Personen eingeholt wird, deren Persönlichkeitsprofile von Moneyhouse selber oder von Besuchern der Plattform bearbeitet werden.
  • Die Suchmaschinenindexierung aller Inhalte der Datensammlung durch Moneyhouse verstösst gegen das Verhältnismässigkeitsprinzip. Wir fordern deshalb vom Unternehmen, die Auffindbarkeit von im Handelsregister eingetragenen Personen so anzupassen, dass sie der vom Eidgenössischen Amt für Handelsregister mit der Website www.zefix.ch aktuell verfolgten Praxis entspricht.
  • Da Moneyhouse bei der Auskunftserteilung nur die in der eigenen Datensammlung gespeicherten Daten bekannt gibt, wollen wir, dass das Unternehmen erhaltene Auskunftsgesuche an die Partner der Plattform weiterleitet. Damit wird es betroffenen Personen erleichtert, ihre weiteren Rechte auszuüben, wie zum Beispiel ihre Daten berichtigen oder löschen zu lassen.
  • Schliesslich soll Moneyhouse die Qualität der Daten verbessern, indem das Unternehmen vermehrt überprüft, ob diese richtig sind. Im Bereich der Bonitätsabfragen soll Moneyhouse häufiger kontrollieren, ob abfragende Kunden tatsächlich einen Interessensnachweis vorweisen können. D.h. das Unternehmen muss prüfen, ob die Abfrage der Bonität einer Person durch den Kunden der Plattform im Rahmen von Vertragsverhandlungen gemacht wird.

Wir hoffen, dass das Bundesverwaltungsgericht im Laufe dieses Jahres entscheiden wird und erwarten durch den Entscheid eine Klärung der Rechtslage, insbesondere durch die Auslegung des Begriffs des Persönlichkeitsprofils.

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