Veröffentlichung von Fotos und Namen bei elektronischen Zugangssystemen

Elektronische Zugangs- und Kontrollsysteme, wie sie etwa in Skigebieten oder sonstigen Sportanlagen eingesetzt werden, dürfen keine Daten wie Name oder Geburtsdatum auf einem allgemein ersichtlichen Monitor anzeigen. Wenn keine andere Kontrollmöglichkeit besteht, darf ausnahmsweise zur Überprüfung das Foto des rechtmässigen Inhabers eines Tickets angezeigt werden, allerdings nur in unmittelbarer Nähe des Kontrollpunktes.

Skifahrerinnen und Skifahrer sehen sich vermehrt mit modernen Ticketing- und Zutrittskontrollsystemen konfrontiert, bei denen auch Personendaten bearbeitet werden. Beim Kauf von (vor allem länger gültigen) Tickets wird neben den üblichen persönlichen Daten das Foto des Kunden digital gespeichert. Der Zweck ist, kontrollieren zu können, ob die persönlichen Tickets tatsächlich nur vom Inhaber und nicht von einer andern Person benutzt werden.

In verschiedenen Skigebieten sind die Personendaten auch für das Publikum im Bereich des Zutrittskontrollsystems sichtbar. Wenn der Kunde das Drehkreuz passiert, erscheint auf einem grossen Monitor sein Bild beziehungsweise das Bild des rechtmässigen Karteninhabers. Zusätzlich können weitere Daten wie Name, Vorname oder Geburtsdatum eingeblendet sein. Beabsichtig wird dadurch, dass der Missbrauch abnimmt, insbesondere dass persönliche Karten nicht von andern Personen verwendet werden. Das System ermöglicht somit eine Art gegenseitige soziale Kontrolle unter den Skifahrern. Uns wurde von Fällen berichtet, bei denen die Anzeige während einer Zeit von mehreren Minuten erfolgte.

Beim Einsatz derartiger Systeme ist immer der Verhältnismässigkeitsgrundsatz zu berücksichtigen. Der Eingriff in die Persönlichkeit der betroffenen Personen darf nur so tief sein, wie es nötig ist, um den Missbrauch einzudämmen. Andere Kontrollverfahren, die eine zurückhaltendere Datenbearbeitung beinhalten, insbesondere weniger Daten Dritten zugänglich machen, sind vorzuziehen. Dabei ist etwa an das stichprobenweise Überprüfen der Tickets durch das Personal zu denken. Wird ein System mit abgelegten Bildern der Kunden verwendet, ist eine Lösung zu finden, bei der der Kontrollmonitor in einem Raum vom Personal überprüft wird und nicht von Dritten einsehbar ist.

Wenn die konkreten Umstände keine andere Kontrollmöglichkeit erlauben, ist das kurzzeitige (wenige Sekunden) Aufschalten des Bildes und allenfalls einer nichtsprechenden Ticketnummer des rechtmässigen Inhabers des Tickets im öffentlichen Zutrittsbereich akzeptabel. Allerdings darf der Monitor nur in unmittelbarer Nähe des Kontrollpunktes und nicht für eine ganze Warteschlange einsehbar sein. Das zusätzliche öffentlich ersichtliche Einblenden von Name, Vorname und Geburtsdatum oder weiteren Daten ist jedoch unverhältnismässig.

In jedem Fall sind die Kunden bei der Erhebung der Personendaten unmissverständlich über die Datenbearbeitung und deren Zweck aufzuklären.

[Juli 2004]

https://www.edoeb.admin.ch/content/edoeb/de/home/dokumentation/taetigkeitsberichte/aeltere-berichte/11--taetigkeitsbericht-2003-2004/veroeffentlichung-von-fotos-und-namen-bei-elektronischen-zugangs.html