Schlüsselelemente für die Entwicklung des elektronischen Geschäftsverkehrs

Wir weisen nachfolgend auf Schlüsselelemente hin, die für die Entwicklung des elektronischen Geschäftsverkehrs von ausschlaggebender Bedeutung sind:

  • E-commerce ist "one-to-one-bussiness" d.h. es stützt sich ausschliesslich auf den persönlichen Kontakt. Deshalb wird der Konsument zurückhaltend reagieren, wenn er ohne vertrauensbildende Massnahmen mit viel Werbung und Informationen überflutet wird. Viele Unternehmen erstellen bereits jetzt Datenbanken mit Personendaten, um ihr Angebot zu personifizieren. Ohne entsprechende Information der betroffenen Personen wird dadurch das Vertrauen der Konsumenten weiterhin geschwächt.
  • Behörden haben eine Schlüsselposition bei der Erstellung des Rahmens, innerhalb dessen e-commerce stattfinden soll. Der Schutz der Privatsphäre steht dabei oben auf der Prioritätenliste.
  • Für den langfristigen Erfolg von e-commerce ist das Problem "Privatsphäre" erfolgreich zu lösen, damit der Markt stabilisiert wird. Wesentlich ist dabei, welches Recht für die Durchsetzung von Ansprüchen Geltung haben wird. In den USA findet bei Streitigkeiten das Recht des Anbieters Anwendung. Es sollte jedoch das Recht des Wohnsitzes des Konsumenten Anwendung finden. Nur so wird in der Zukunft der Konsument in Dienstleistungsangebote von e-commerce Vertrauen gewinnen.

Auf internationaler Ebene sind die Akzente auf folgende Themen zu setzen:
  • Vertrauensbildende Massnahmen (insbesondere Schutz der Privatsphäre) müssen wirkungsvoll umgesetzt werden.
  • Die Synthese von staatlichen Regelungen und Verhaltensregeln sowie technologische Lösungen wie digitale Signatur, privacy enhancing technologies (PET) müssen interoperabel sein und international anerkannt werden.
  • Die OECD soll im Dialog mit allen Beteiligten (Wirtschaft, Behörden, Konsumenten und anderen int. Organisationen) zur Umsetzung der obenerwähnten Punkte beitragen.

In der Schweiz sind die Akzente wie folgt zu setzen:
  • Schweizerische Vertreter in internationalen Gremien unterstützen weiterhin Massnahmen zur Vertrauensbildung der Konsumenten im e-commerce.
  • Was die Wahl zwischen staatlichen Regelungen oder Verhaltensregeln betrifft, ist eine Mischung beider Modelle durchaus zu begrüssen. Die Verhaltensregeln müssen jedoch den Konsumenten mindestens so wirksam schützen wie staatliche Regelungen. Sollten Verhaltensregeln den geforderten Wirkungsgrad nicht entfalten können, sind staatliche Regelungen zum Schutz des Konsumenten erforderlich.
  • Der in der Schweiz bereits bestehende Aktionsplan zum e-commerce ist mit raschen Schritten umzusetzen. Insbesondere stehen vertrauensbildende Massnahmen (Ausbildung, Information, Schutz der Privatsphäre) bei der Öffentlichkeit im Vordergrund.

[Juli 2000]
https://www.edoeb.admin.ch/content/edoeb/de/home/dokumentation/taetigkeitsberichte/aeltere-berichte/7--taetigkeitsbericht-1999-2000/schluesselelemente-fuer-die-entwicklung-des-elektronischen-gesch.html