Die Bearbeitung von Personendaten im Rahmen von Breitensportveranstaltungen

Einführung
Im Rahmen von Anlässen des Breitensports werden laufend Personendaten bearbeitet. Oft geht diese Bearbeitung über die unmittelbare Abwicklung einer Sportveranstaltung hinaus. So werden SMS-Dienste mit Zwischen- und Endresultaten von Sportlern angeboten, Ranglisten im Internet veröffentlicht oder gar, für den Versand von Werbung, Teilnehmerlisten an Sponsoren weitergegeben. Nicht alle diese Zusatzdienstleitungen sind jedoch aus datenschutzrechtlicher Sicht unproblematisch. Die vorliegenden Erläuterungen geben Aufschluss darüber, wo Probleme entstehen können und wie mit den Teilnehmerdaten korrekt umgegangen wird.

Die Problematik bei Zusatzdienstleistungen
Es dürfte jedem Teilnehmer und jeder Teilnehmerin bewusst sein, dass es für die Durchführung einer Sportveranstaltung notwendig ist, gewisse Datenbearbeitungen durchzuführen. So ist es offensichtlich, dass die bei der Anmeldung erhobenen Personendaten zu Start- und Ranglisten verarbeitet werden. Da Sportanlässe zudem in der Öffentlichkeit stattfinden, muss auch mit einer Publikation der Resultate, etwa im Aushang oder mündlich durch den Speaker, gerechnet werden. In diesem Rahmen ist die Datenbearbeitung auch durch das private Interesse des Veranstalters an der Durchführung des Anlasses gerechtfertigt.

Anders ist die Situation bei den über diesen Rahmen hinaus gehenden Datenbearbeitungen zu beurteilen. Bereits die Publikation von Ranglisten im Internet oder der Versand von SMS mit Zwischen- und Endresultaten an Dritte ist für die Durchführung einer Sportveranstaltung nicht zwingend notwendig und den Teilnehmern denn auch nicht ohne weiteres bewusst. Dass Daten gar Dritten zu Werbezwecken oder dergleichen weiter gegeben werden, hat mit dem ursprünglichen Zweck nichts mehr zu tun und ist durch das Interesse an der Durchführung der Sportveranstaltung nicht mehr gedeckt. Dies gilt auch dann, wenn die Sponsoren ihren Beitrag von der Herausgabe der Teilnehmerdaten abhängig machen. Es ist sogar davon auszugehen, dass die Teilnehmer bei der Anmeldung darauf vertrauen, dass ihre Daten nur für Durchführung der Veranstaltung benutzt werden und keinesfalls zu einem anderen Zweck Dritten zu Verfügung gestellt werden.

Diese Zusatzdienstleistungen der Veranstalter verletzen daher die datenschutzrechtlichen Prinzipien der Verhältnismässigkeit, der Transparenz sowie von Treu und Glauben. Daraus folgt, dass sie nur dann erbracht werden dürfen, wenn die betroffenen Teilnehmer einer dahingehenden Bearbeitung ihrer Daten nicht widersprochen haben.

Datenschutzrechtliche Vorgaben
Sobald eine Datenbearbeitung für die Durchführung einer Sportveranstaltung nicht notwendig ist, darf sie nur vorgenommen werden, wenn die betroffenen Teilnehmenden ihre Einwilligung dazu gegeben haben. Die Veranstalter müssen daher konkret Folgendes beachten, um die Persönlichkeitsrechte ihrer Teilnehmer nicht widerrechtlich zu verletzen:

1. Bereits bei der Anmeldung muss umfassend und in einer für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gut verständlichen Sprache darüber informiert werden,

  • zu welchen Zwecken Personendaten bearbeitet werden (z.B. Abwicklung der Sportveranstaltung, Berichterstattung, Werbung etc.);

  • wie Startlisten und Resultate veröffentlicht werden (Internet, Zeitungen etc.);

  • ob Daten an Dritte weitergegeben werden. Der Zweck der Weitergabe sowie die Empfänger der Daten sind hierbei zumindest in Kategorien (z.B. Sponsoren, Abonnenten von SMS- Diensten, Fotografen etc.) zu benennen;

  • an wen man sich bei zusätzlichen Fragen wenden kann.

2. Diese Informationen können in den Teilnahmebedingungen bzw. im Reglement oder in einer separaten Datenschutzerklärung erfolgen. Beides muss mit der Anmeldung vorgelegt werden (z.B. durch ein Beiblatt oder, bei online-Anmeldungen, durch Verlinkung auf dem Anmeldeformular).

3. Über eine geplante Weitergabe von Daten an Dritte muss zusätzlich auf dem Anmeldeformular selbst informiert werden.

4. Die Teilnehmer müssen bei der Anmeldung die Möglichkeit haben, die über den notwendigen Rahmen hinausgehenden Datenbearbeitungen zu untersagen. Dies geschieht am besten auf dem Anmeldeformular selbst, z.B. durch entsprechende Kästchen zum Ankreuzen oder Angabe einer Kontaktmöglichkeit). Konkret müssen folgende Bearbeitungen untersagt werden können:

  • Veröffentlichung des Namens im Internet (z.B. bei der Start- und Ranglistenpublikation)

  • Weitergabe ihrer Daten an Dritte (z.B. Sponsoren, Abonnenten von SMS-Diensten etc.)

5. Es muss den Teilnehmern auch jederzeit einfach und kostenlos möglich sein, ihre Daten von bereits im Internet veröffentlichten Ranglisten löschen zu lassen. Hierzu hat sich der Teilnehmer zu identifizieren und den Löschantrag genügend zu spezifizieren (z.B. Aufstellung der betroffenen Ranglisten).

 

Stand: Juni 2012

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