Rechnungsdaten

Welche Daten bearbeitet die Fernmeldeanbieterin und wie lange werden diese aufbewahrt?

Die Fernmeldeanbieterin bearbeitet Ihre Daten, soweit und solange dies für den Verbindungsaufbau und die Rechnungsstellung notwendig ist. Auch wenn diese Zwecke nicht mehr gültig sind, sind diese Daten während insgesamt sechs Monaten für die zuständigen Behörden im Rahmen der Überwachung des Fernmeldeverkehrs vorrätig zu halten.

Darf die Fernmeldeanbieterin Inhalte speichern und aufbewahren?

Die Inhalte dürfen nur im Rahmen der Dienstleistungserbringung mit Einwilligung der betroffenen Personen bearbeitet werden (z.B. Meldungen auf Sprachboxen) und sind danach sofort zu löschen. Die Frist von sechs Monaten bezieht sich lediglich auf die Randdaten.

Welche Daten erhalte ich mit einer detaillierten Rechnung?

Solange die Möglichkeit der Anfechtung der Rechnung besteht, können Sie von Ihrer Fernmeldeanbieterin folgende Daten verlangen, sofern diese für die Rechnungsstellung verwendet werden:

  • die vollständigen Adressierungselemente der angerufenen Anschlüsse oder die Rufnummern der anrufenden Anschlüsse ohne die letzten vier Ziffern;
     
  • Datum, Zeit und Dauer der Verbindungen;
     
  • das für die einzelnen Verbindungen geschuldete Entgelt.

Kann ich auf eine detaillierte Rechnung verzichten?

Handelt es sich um einem Anschluss, den mehrere Personen benutzen (z.B. eine Familie) möchten Sie womöglich auf eine detaillierte Rechnung verzichten um zu verhindern, dass der Rechnungsempfänger in Erfahrung bringen kann, welche Anschlüsse angerufen worden sind. Dies kann beispielsweise heikel sein, wenn es sich um Ärzte, Beratungsstellen oder Anwälte handelt.

Sie haben das Recht, die Rechnung ohne Details zu erhalten. Wenden Sie sich in diesem Fall an Ihre Anbieterin. Sie wird Ihnen die Rechungen künftig ohne Randdaten ausstellen. Einige Anbieterinnen bieten Ihnen die Möglichkeit, die von Ihnen angerufenen Nummern um einige Stellen gekürzt zu erhalten. Dies erlaubt es Ihnen immer noch, die Rechnung zu kontrollieren, schützt aber die Privatsphäre der Benutzer des Anschlusses. Fragen Sie Ihre Anbieterin nach dieser Möglichkeit.

Was ist zu tun, wenn eine Fernmelderechnung an eine falsche Adresse geschickt wird?

Leider kommt es auf Grund von Verwechslungen ab und zu vor, dass eine Fernmelderechnung an einen falschen Empfänger gelangt. Handelt es sich um eine detaillierte Rechnung, ist die Sache sehr sensibel, handelt es sich doch um Daten, die unter das Fernmeldegeheimnis fallen. Wenn Sie selber eine Fernmelderechnung erhalten, die nicht für Sie bestimmt ist, senden Sie diese umgehend an die betreffende Anbieterin zurück und machen Sie sie auf das Versehen aufmerksam. Sorgen Sie dafür, dass Ihre eigenen Anbieter stets über Ihre korrekte Adressen verfügen, damit Ihre Rechnungen auch zu Ihnen gelangen.

Auf einem Handy, das ich als Leihgerät von meiner Telekommunikationsanbieterin erhalten habe, befinden sich noch Daten (Telefonnummern, SMS etc.) des früheren Benutzers. Wer ist verantwortlich dafür, dass diese Daten vorgängig gelöscht werden?

Zum einen ist es Sache der Person, die ein Leihgerät benutzt hat, ihre Daten zu sichern und dann zu löschen, bevor sie sie das Gerät der Telekommunikationsanbieterin zurückgibt. Die gespeicherten Personendaten betreffen schliesslich nicht nur die Benutzerin oder den Benutzer des Mobiltelefons, sondern auch alle Kommunikationspartner. Zum anderen ist aber die Telekommunikationsanbieterin ihrerseits ebenfalls verpflichtet zu prüfen, ob alle Personendaten auf einem Gerät korrekt gelöscht sind, bevor sie es an eine andere Person abgibt. Tut die Anbieterin das nicht, verstösst sie gegen das Datenschutzgesetz. Denn rechtlich gesehen handelt es sich um eine Datenbekanntgabe an Dritte, für die kein Rechtfertigungsgrund vorhanden ist.

https://www.edoeb.admin.ch/content/edoeb/de/home/datenschutz/telekommunikation/telefonie/rechnungsdaten.html