Sachverhaltsabklärung zu Windows 10

Der EDÖB hat im Berichtsjahr die Sachverhaltsabklärung zum Betriebssystem Windows 10 von Microsoft abgeschlossen. Das Unternehmen hat unsere Empfehlungen zur Verbesserung der Transparenz der Datenbearbeitung und der diesbezüglichen Wahlmöglichkeiten umgesetzt.

Bei der 2015 eröffneten Abklärung zu Windows 10 (vgl. 23. Tätigkeitsbericht 2015/2016, Ziffer 1.3.1), stellten wir fest, dass die Datenbearbeitung im Rahmen von Windows 10 teilweise nicht datenschutzkonform verlief. So genügten der Seitenaufbau und der Inhalt der Seiten «Schnell einsteigen» und «Einstellungen anpassen» nur beschränkt den Anforderungen an eine transparente Information. Aus inhaltlicher Sicht fehlten Informationen zur Speicherdauer der übermittelten Daten, zum Inhalt von Browserdaten sowie zum Inhalt von Feedback- und Diagnosedaten. Zudem war es für die Nutzer umständlich, bei den einzelnen Datenbearbeitungen weitergehende Informationen, z. B. aus den relevanten Passagen der Datenschutzerklärung, nachzuschlagen. Wir erliessen deshalb mehrere Empfehlungen.

Microsoft hat uns in der Folge Vorschläge zur Behe-bung der festgestellten Mängel vorgelegt. Unsere Rück-meldungen wurden von Microsoft eingearbeitet, so dass eine datenschutzkonforme Umsetzung der Empfehlungen erreicht und auf ein Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht verzichtet werden konnte. Mit den nun festgelegten Anpassungen werden die Angaben zu den Datenbearbeitungen präzisiert. Zudem werden die Nutzer mit der neuen Einstellungsseite während dem Installationsprozess klar darauf hingewiesen, dass sie die Datenbearbeitungen und -übermittlungen im Rahmen von Windows 10 festlegen und in diese einwilligen müssen.

Die technische Umsetzung der von uns geforderten Anpassungen erfolgt weltweit über die beiden für 2017 geplanten Softwarereleases von Windows 10. Im ersten Release werden allen Benutzern bei der Neuinstallation bzw. bei einem Update auf dieses Betriebssystem die Einstellungsmöglichkeiten der Datenübermittlungen mit umfangreicheren Informationen angezeigt. Im zweiten Release können die Benutzer beim Installationsprozess zusätzlich direkt auf die entsprechende Passage in der Datenschutzerklärung zugreifen. Die Verlinkung zu weiterführenden Informationen in der Datenschutzerklärung erhöht die Transparenz und erleichtert es den Benutzern, sich in der umfangreichen und ausführlichen Erklärung zurecht zu finden.

Unabhängig von der Anpassung des zukünftigen Installationsprozesses haben die Nutzer von Windows 10 die Möglichkeit, die Datenbearbeitung und -übermittlungen jederzeit in den Systemeinstellungen anzupassen.

Wir erachten die erreichte Lösung, insbesondere die direkte Verlinkung zu den relevanten Passagen der Datenschutzerklärung und die Wahlmöglichkeiten, als Mindeststandard für Anwendungen und Dienste anderer Unternehmen. Bei künftigen Abklärungen werden wir die zu überprüfenden Datenbearbeitungen an der mit Microsoft erzielten Lösung messen.

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