Videoaufnahmen in Schwimmbädern zu Trainingszwecken

Videoaufnahmen in Schwimmbädern können die Intimsphäre der Badegäste tangieren. Deswegen muss bei Trainingseinheiten, bei denen Videoanalysen zum Einsatz kommen, sichergestellt werden, dass sich keine unbeteiligten Badegäste im Aufnahmebereich aufhalten.

Videoanalysen haben sich als Trainingsinstrument in diversen Sportarten etabliert und leisten beispielsweise bei der Optimierung von Bewegungsabläufen wertvolle Dienste. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch Schwimmtrainer gerne darauf zurückgreifen. Wenn das Schwimmtraining dabei in einem öffentlichen Bad durchgeführt wird, kann dies jedoch zu heiklen Situationen für den Persönlichkeitsschutz führen.

Unterwasseraufnahmen in öffentlichen Schwimmbädern können die Intimsphäre der Betroffenen tangieren, was sich durch Trainingszwecke allein nicht rechtfertigen lässt. Dementsprechend dürfen solche Aufnahmen nur mit der expliziten Einwilligung aller Betroffenen erstellt werden. Das Einholen einer solchen Einwilligung bei den gefilmten Sportlerinnen und Sportler bereitet vergleichsweise wenig Probleme. Ein vom Bundesamt für Sport (BASPO) zum Thema veröffentlichtes Informationsblatt gibt hier weiter Auskunft (www.mobilesport.ch).

Bei unbeteiligten Badegästen hingegen kann die explizite Einwilligung nur sehr schwer eingeholt werden. Eine gültige Einwilligung setzt voraus, dass die betroffenen Personen über alle wesentlichen Aspekte der Videoaufzeichnung informiert worden sind. Dies beinhaltet nebst der Tatsache, dass solche Aufnahmen gemacht werden, insbesondere auch deren Zweck, deren Aufbewahrungsdauer und wer die Aufnahmen ansehen kann. Die Einwilligung muss zudem freiwillig erfolgen, das heisst, die Betroffenen müssen das Schwimmbad nutzen können, ohne dabei gefilmt zu werden.

Es dürfte sich als kaum praktikabel erweisen, bei Normalbetrieb des Bades sämtliche sich zufällig im Aufnahmebereich aufhaltenden Badegäste ausreichend zu informieren und den allfällig geäusserten Willen, nicht gefilmt zu werden, zu berücksichtigen. Dementsprechend muss der Datenbearbeiter sicherstellen, dass sich nur Teilnehmer der Trainingseinheit im fraglichen Bereich aufhalten. Dies lässt sich zum Beispiel erreichen, indem man Videoanalysen nur ausserhalb der offiziellen Öffnungszeiten des Bades durchführt.

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