Einbindung von Social Plug-ins in Webseiten

Das Einbinden von Webinhalten von Drittanbietern ist kein neues Phänomen. Waren es zu Beginn etwa Börseninformationen oder Wetterberichte, gibt es im Zeitalter verstärkter Interaktivität die Möglichkeit der Kommentierung und Einbindung von Artikeln oder Blogs. Zur Vereinfachung der Interaktivität bieten die Anbieter Sozialer Netzwerke den Webseitenbetreibern Social Plug-ins an. Damit stellen sich aber auch Datenschutzprobleme.

Wir haben uns bereits im Jahr 2006 zur analogen Problematik der so genannten «Webbugs» geäussert, die Datenschutzproblematik dargestellt und Handlungsmöglichkeiten für Webseitenbetreiber und Internetnutzer aufgezeigt (siehe hier). Die Einbindung von Social Plug-ins ist mit diesem Thema vergleichbar; die starke Verbreitung der Plug-ins verschärft jedoch die Datenschutzproblematik. Insbesondere ist hier auf die Tracking-Möglichkeiten der Anbieter hinzuweisen, denn die Information zu einem Webseitenbesuch wird schon beim Aufrufen der Seite, welche Social Plug-ins beinhaltet, übertragen.

Um den Anforderungen des Schweizer Datenschutzgesetzes Genüge zu tun, muss der Webseitenbetreiber beim Einbinden der Inhalte von Drittanbietern besonders darauf achten, dass er die Nutzer seiner Webseite umfassend über die damit verbundenen Datenbearbeitungen informiert. Detaillierte Hinweise darauf, welche Punkte in einer Datenschutzerklärung enthalten sein müssen und wie beim Verfassen dieser Erklärung vorgegangen werden sollte, sind ebenfalls auf unserer Webseite (Datenschutzerklärungen im E-Commerce) abrufbar.

Die Webseitenbetreiber haben ausserdem geeignete technische und organisatorische Massnahmen zu treffen, um ungerechtfertigte Persönlichkeitsverletzungen zu vermeiden. Mit Bezug auf den konkreten Fall der Social Plug-ins weisen wir auf die im Netz frei abrufbaren datenschutzkonformen Implementierungsmöglichkeiten (Zwei-Klick-Empfehlungsbuttons) hin.

Die Internetnutzer müssen ihrerseits Verantwortung wahrnehmen, indem sie ihr Surfverhalten und die Konfiguration ihrer Software den heutigen Gegebenheiten des Internets anpassen und dabei die ihren jeweiligen Bedürfnissen entsprechende Mischung aus Schutz der Privatsphäre und Nutzerkomfort finden.

https://www.edoeb.admin.ch/content/edoeb/de/home/dokumentation/taetigkeitsberichte/aeltere-berichte/19--taetigkeitsbericht-2011-2012/einbindung-von-social-plug-ins-in-webseiten.html