Veröffentlichung von Hooliganbildern durch einen Fussballclub

Ein Fussballclub ist nicht berechtigt, auf seiner Internetseite Fotos von angeblichen «Petardenwerfern» zu veröffentlichen, auch nicht verbunden mit der Aufforderung, allfällige Angaben zu den abgebildeten Personen zu melden. Eine solche Öffentlichkeitsfahndung ist, bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen, ausschliesslich Aufgabe der Polizei.

Ein Fussballclub veröffentlichte auf seiner Internetseite Fotos von zwei Personen mit der Aufforderung an die Betrachter, allfällige Hinweise zu den Abgebildeten (einem angeblichen Petardenwerfer und seinem Helfer) per Mail zu melden. Die Männer konnten rasch identifiziert werden, worauf die Bilder wieder entfernt wurden.

Wir wiesen den Fussballclub darauf hin, dass er nicht berechtigt sei, Fotos wie beschrieben zu veröffentlichen. Es fehlt unseres Erachtens dafür ein Rechtfertigungsgrund im Sinne des Datenschutzgesetzes, da weder die Einwilligung der betroffenen Person noch ein überwiegendes privates oder öffentliches Interesse noch ein Gesetz vorliegt. Vielmehr muss der Fussballclub die Fotos verbunden mit einer Strafanzeige der Polizei übergeben. Diese ihrerseits muss dann prüfen, ob die Voraussetzungen einer Veröffentlichung auf ihrer Internetseite gegeben sind, wie dies beispielsweise die Stadtpolizei Zürich in Zusammenhang mit einer entsprechenden Öffentlichkeitsfahndung gemacht hat.

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