Datenschutztipps für junge Eltern

Als frischgebackene Eltern sind wir besonders glücklich und stolz. Wir möchten jeden Entwicklungsschritt unseres Babys fotografisch oder filmisch festhalten und mit Familie und Freunden – oder gar mit der ganzen Welt (?) – teilen. Am einfachsten geht das heute über soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, Youtube oder Flickr.

Unser soziales Leben spielt sich mehr und mehr online ab. Das Internet bietet zahlreiche Vorteile, auf die wir nicht mehr verzichten möchten: Aktions-Windeln im Multipack online bestellen, Familienferien in kinderfreundlichen Hotels mit Rundumbetreuung buchen, mit gelungenen Schnappschüssen unserer Kleinsten an Wettbewerben teilnehmen und attraktive Preise gewinnen. - Gerade junge Eltern sind vielerlei kommerziellen Angeboten ausgesetzt.

Für viele Eltern ist es auch eine grosse Freude, die ersten Gehversuche ihrer Kinder zu filmen oder andere Erlebnisse mit Familie und Freunden auf Facebook oder Instagram zu teilen oder sogar auf Youtube zu veröffentlichen. - Die technologischen Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Aber nur wenige Eltern sind sich bewusst, dass ihr persönlicher Internetkonsum eine Gefahr für die eigenen Kinder sein kann, auch noch Jahre später.

Wenn wir uns im Internet bewegen, hinterlassen wir Spuren und geben oftmals persönliche Informationen über uns und unsere Kinder preis. Da man nie genau weiss, was mit diesen Daten geschieht, zu welchen Zwecken sie bearbeitet werden und wer sie zu sehen bekommt, empfehlen neben Datenschützern auch Jugendarbeiter, Lehrpersonen und Experten der Polizei so wenig persönliche Angaben wie möglich über sich und seine Kinder im Internet zu publizieren. Denn das Internet vergisst nichts. In der virtuellen Welt des Internets sind die Daten nicht nur sofort für alle auf der ganzen Welt zugänglich, sondern sie bleiben auch dauerhaft vorhanden: Sind die Daten einmal im Netz, können sie beliebig vervielfältigt und daher kaum mehr vollständig gelöscht werden.

Während die Nutzung des Internets heute immer noch stark wächst, hinkt die Sensibilität für Datenschutzfragen hinterher. Als Eltern haben wir eine ganz besondere Verantwortung und sollten bei der Preisgabe von Daten über unsere Kinder sehr vorsichtig sein und den Empfängerkreis restriktiv handhaben, d.h. auf den engsten Familien- und Freundeskreis beschränken. Die Veröffentlichung von Bildern mit Namen und Geburtsdatum im Internet kann weitreichende Folgen haben, insbesondere wenn damit kommerzielle Interessen oder gar Begehrlichkeiten von Personen mit unlauteren Absichten geweckt werden. - Überlegen Sie sich immer gut, wem Sie welche Informationen geben und seien Sie sich der möglichen Risiken (auch ev. Spätfolgen) bewusst. Ihr Kind wird es Ihnen später danken.

Aber Gefahren lauern nicht nur im Internet. Auch auf anderen Wegen können Daten unserer Kinder in fremde Hände gelangen: Beim täglichen Einkauf (nicht nur im Netz), bei Werbeaktionen und Wettbewerben - überall werden unsere persönlichen Daten gesammelt. Und obschon es zur Weitergabe von Personendaten an Dritte eine Einwilligung braucht, wird damit in der Praxis oft zu leichtfertig umgegangen.

Oft müssen junge Eltern schon kurz nach der Geburt ihres Kindes entscheiden, ob ein Foto ihres Neugeborenen, mit oder ohne Nennung des Namens, auf der Homepage des Spitals oder in der Lokalzeitung veröffentlicht werden darf. Sie sollten sich bewusst sein, dass Adresshändler gezielt nach solchen Informationen suchen, um sie kommerziell zu nutzen. Wir empfehlen werdenden Eltern auch, sich bei der Wohngemeinde zu erkundigen, ob und in welcher Form die Geburt ihres Kindes bekannt gegeben wird. Sie haben das Recht, die Preisgabe von Daten ihres Kindes zu verweigern.

Tipps zum Schutz der Privatsphäre Ihres Kindes

  • Seien Sie vorsichtig bei Gratisangeboten und Wettbewerben, bei denen Sie persönliche Angaben machen müssen. Name und Geburtsdatum Ihres Kindes können für kommerzielle Zwecke missbraucht werden, auch noch Jahre später. Die Daten können an Adresshändler weiterverkauft werden, die damit auf vielfältige Weise Geld verdienen.
  • Wenn Sie online einkaufen, prüfen Sie die Rubrik „Datenschutz", bevor Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen akzeptieren: Steht dort vielleicht, dass Ihre Daten an Dritte weitergegeben werden oder dass sie für kommerzielle Zwecke benutzt werden dürfen? Können Sie gegebenenfalls ihr Widerspruchsrecht geltend machen?
  • Geben Sie keine Personendaten preis, die Ihr Kind identifizierbar machen. Name, Geburtsdatum, Adresse und Telefonnummer gehören nicht ins Internet. Schon ein Foto allein kann ihr Kind eindeutig identifizierbar machen.
  • Überlegen Sie gut, ob Sie einen Beitrag oder ein Bild Ihres Kindes im Internet veröffentlichen wollen: Was könnten mögliche Risiken sein? Hätte Sie etwas dagegen, wenn jemand anders diesen Beitrag veröffentlichen oder das Foto weiterverbreiten würde?
  • Kontrollieren Sie die Privatsphäre-Einstellungen, wenn Sie das Internet nutzen: Stellen Sie bei sozialen Netzwerken und anderen Onlinediensten ihr Profil so ein, dass der grösstmögliche Schutz der Privatsphäre gewährleistet ist.
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