Informationen und Tipps zum Umgang mit Suchmaschinen

Aus dem Internet sind Suchmaschinen heute nicht mehr wegzudenken, und ohne sie wäre eine sinnvolle Nutzung des World Wide Web mit seinen Milliarden von Seiten praktisch unmöglich. Um die Auffindbarkeit von Informationen im Internet ständig zu verbessern, müssen Suchmaschinen allerdings gezielt Informationen über das Suchverhalten und die Qualität der Suchtreffer erheben und statistisch auswerten. Nur schon die stetig wachsende Anzahl an Internetseiten macht es für Betreiber von Suchmaschinen erforderlich, eine immer grössere Anzahl an Informationen zu bearbeiten.

Einerseits leisten Suchmaschinen einen Beitrag an die Informations- oder Wissensgesellschaft und steuern damit zum nachhaltigen wirtschaftlichen Wachstum unserer Gesellschaft bei. Andererseits greifen sie durch die Bearbeitung von personenbezogenen Daten auch in die Privatsphäre von Internetnutzern ein, und zwar sowohl bei der Auswertung der Suchanfragen als auch bei der Bereitstellung von Suchergebnissen.

Datenschutzprobleme mit Suchmaschinen

Aus Datenschutzperspektive lassen sich grundsätzlich zwei verschiedene Problembereiche im Umgang mit Suchmaschinen identifizieren. Der erste betrifft das Zusammenführen von Informationen, welche sich auf verschiedenen, von einander unabhängigen Internetseiten befinden und durch die Suchmaschine im Rahmen der Anzeige der Treffer dem User zugänglich gemacht werden. Zum anderen sammeln Suchmaschinen unter Registrierung der IP-Adresse sämtliche Anfragen, Ergebnisse und Trefferabrufe der Benutzer und können so Personenprofile von Suchenden anlegen, auswerten und nutzen.

Hintergrundinformationen und Tipps

  • Sobald im Internet Daten über eine bestimmte Person verfügbar sind, kann man diese über Suchmaschinen nahezu beliebig finden. Suchmaschinen ermöglichen es, auch noch so verstreute Informationen zusammenzuführen und an einem Ort abzurufen. Vor diesem Hintergrund sollten Internetnutzer sehr sorgfältig abwägen, welche Informationen sie über sich ins Internet stellen. 

  • Zwar können einzelne Daten für sich genommen harmlos sein (z.B. Vereinsinformationen, Informationen über die Arbeitsstelle, über das Studium, etc.). Werden diese allerdings zusammengetragen und analysiert, so kann hieraus schnell ein online abrufbares Persönlichkeitsprofil entstehen. Oftmals hatten die Nutzer nie die Absicht, ein solches Profil im Internet verfügbar zu machen. Es ist zudem zu beachten, dass die Daten auch von dritter Seite im Internet publiziert werden können.

  • Es ist kaum möglich, Suchmaschinen das Zusammentragen von Ergebnissen zu verbieten. Vielmehr müssen die betroffenen Personen die Betreiber der einzelnen Webseiten gezielt angehen, um ihre Löschungs- und Berichtigungsrechte geltend zu machen. Daher sollten User stets ein wachsames Auge darauf haben, welche Daten über sie im Internet verfügbar sind und somit über Suchmaschinen gesammelt werden könnten. 

  • Betreiben Sie selbst eine Website, können Sie den Suchmaschinen im Html-Code Anweisungen geben, eine bestimmte Seite nicht auf den Index zu setzen.

  • Benutzt eine betroffene Person neben den Suchfunktionen noch weitere Dienste des Betreibers, wie z.B. Email-Angebote, so kann der Betreiber nicht nur die IP-Adresse, sondern auch die dahinter stehende Person identifizieren. Über die Verknüpfung der Suchanfragen mit den Identitätsdaten liesse sich so ebenfalls ein Persönlichkeitsprofil erstellen. Sucht jemand im Internet beispielsweise des Öfteren nach bestimmten Krankheitsbildern, könnte man daraus schliessen, dass dieser User an der betreffenden Krankheit leidet. Würden solche Daten weitergegeben, so könnte die betroffene Person entsprechende Nachteile erleiden.

  • Da die Betreiber von Suchmaschinen vorwiegend davon leben, möglichst effektiv und zielgruppengerichtet online Werbung zu schalten, haben sie ein nicht unerhebliches Interesse an einer Verknüpfung der Suchanfrage mit den Identitätsdaten. Dies ist solange unproblematisch, als die verknüpften Daten (Persönlichkeitsprofile) nicht zu anderen Zwecken verwendet werden (z.B. für die Weitergabe an eine Versicherung zur Berechnung von Versicherungsprämien).

  • Ferner ist zu beachten, dass fast alle Suchmaschinen sämtliche Anfragen inkl. IP-Adresse über einen längeren Zeitraum speichern (in der Regel mehrere Monate). Mittlerweile sind jedoch auch Suchmaschinen verfügbar, welche die Identifikationsdaten der Nutzer schneller löschen oder gar nicht speichern (z.B. duckduckgo.com oder ixquick.com).

  • Als Nutzer von Suchmaschinen sollten Sie sich vor Augen halten, dass solche Möglichkeiten der Verknüpfung bestehen, und daher selbst für sich abwägen, wie viele und welche Dienstleistungen Sie von einem einzelnen Anbieter in Anspruch nehmen möchten. Zudem können die Privacy Policies der Anbieter Aufschluss darüber geben, in welchen Ländern die Daten bearbeitet und wie lange sie aufbewahrt werden.

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