Biometrisches System für die Zutrittskontrolle in einem Sportzentrum

Immer häufiger werden an öffentlichen Anlagen biometrische Zugangskontrollen durchgeführt. Um auf die Bedenken der betroffenen Abonnementinhaber einzugehen, haben wir beschlossen, das in einem privaten Sportzentrum eingerichtete neue biometrische Zugangskontrollsystem einer Prüfung zu unterziehen. Wir sind derzeit dabei, die gesammelten Daten zu analysieren, indem wir sie nach den grundlegenden Datenschutzprinzipien beurteilen.

Nachdem sich mehrere Bürger aus Besorgnis über die Einführung eines biometrischen Zugangskontrollsystems in einem privaten Sportzentrum an uns gewandt hatten, entschlossen wir uns zu einer Prüfung vor Ort. Wie üblich meldeten wir bei der Leitung des Zentrums unseren Besuch an; wir ersuchten vorgängig um eine Erläuterung zu dem geplanten Konzept und stellten einige grundlegende Fragen. Nach einer Prüfung der Antworten begaben wir uns an Ort und Stelle, um die Datenbearbeitungen festzustellen und nachzuprüfen und so unsere Abklärung des Sachverhalts zu vervollständigen. Beim heutigen Stand der Einrichtung wird bei Abschluss eines Jahresabonnements ein Fingerabdruck erfasst und im Zentralsystem in Form eines biometrischen Templates gespeichert. Bei jedem Schwimmbadbesuch gibt der Abonnementsinhaber den Fingerabdruck ein – dessen eingelesenes Template dem im Zentralsystem gespeicherten Vergleichsabdruck entsprechen muss – um die Zugangssperre aufzuheben. Eines der eingestandenen Ziele dieser neuen Art der biometrischen Authentifizierung ist die Verhinderung von Missbräuchen (namentlich durch die Kartenübertragung zwischen Angehörigen). Die Karte enthält keinerlei Personendaten, sondern lediglich eine über Radiofrequenz lesbare persönliche Identifikationsnummer (RFID). Hat der Inhaber oder die Inhaberin die Karte vergessen, kann er oder sie sich zur Identitätsfeststellung am Schalter melden und so Zugang zu den Anlagen erhalten. Wir befassten uns auch mit der Rückverfolgbarkeit der Kundenbesuche, den Aufbewahrungsfristen für die verschiedenen Daten und den aus diesem neuen Managementsystem gewonnenen vielfältigen Statistiken. Nach der Auswertung und Analyse der gelieferten Informationen werden wir der Zentrumsleitung einen abschliessenden Bericht mit Einschätzungen, Verbesserungsvorschlägen oder, je nach den Ergebnissen unserer Untersuchung, eine Empfehlung im Sinne von Art. 29 Abs. 3 DSG zukommen lassen.

[Juli 2006]

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