Datenschutz beim Einsatz von Smart Meter

Mit dem neuen Stromversorgungsgesetz wird der Elektrizitätsmarkt seit 1. Januar 2008 schrittweise liberalisiert. Dies erfordert eine neue Verbrauchserfassung. Mittels digitalen Zählern können sehr viele Daten gespeichert und online übermittelt werden, was einerseits den Stromkunden Energiesparmöglichkeiten aufzeigt, andererseits aber auch Risiken für die Privatsphäre birgt.

Vor dem Start eines Pilotprojektes mit 480 digitalen Zählern, so genannten Smart Meter, wurden wir von einem Energielieferanten kontaktiert, um die datenschutzrechtliche Ausgestaltung des Projektes zu beurteilen. Wir sind dabei zum Schluss gekommen, dass es eine umfassende Information der betroffenen Haushalte braucht, wenn im Rahmen des Pilotprojektes der komplette Lastgang (der Stromverbrauch über eine bestimmte Zeitspanne) aufgezeichnet, an den Energielieferanten übermittelt und von diesem gespeichert sowie ausgewertet werden soll. Die Betroffenen dürfen verlangen, dass wie bis anhin nur ihr gesamter Stromverbrauch zu Hoch- und Niedertarifzeiten aufgezeichnet wird, da die Aufzeichnung des Lastgangs im 15-Minuten-Takt für die Rechnungsstellung nicht notwendig ist.

Unabhängig von diesem Pilotprojekt haben wir die Datenschutzrisiken beim Einsatz von Smart Meter im Hinblick auf die kommende zweite Etappe der Strommarktöffnung evaluiert. Die intelligenten Energiezähler ermöglichen, je nach Konfiguration, die mehr oder weniger detaillierte Aufzeichnung von Lastprofilen (d.h. der Verlauf des Stromverbrauchs pro Erfassungsintervall) eines Haushaltes sowie die Fernauslesung. Bei einem Intervall von 15 Minuten ergibt das rund 35'000 Messpunkte pro Jahr. Ein solches Energienutzungsprofil enthält für die Stromkunden wichtige Informationen über den Energieverbrauch und entsprechende Einsparungsmöglichkeiten. Es gibt jedoch auch Auskunft über Geschäftstätigkeiten, Produktionsprozesse, persönliche Aktivitäten, Tagesablauf, Krankheiten etc. Das Energienutzungsprofil stellt demnach ein Persönlichkeitsprofil dar, das nicht generell ausgelesen werden darf. Für die Netzplanung und die Rechnungsstellung ist eine automatische Weitergabe solch detaillierter Informationen aus unserer Sicht denn auch nicht zwingend notwendig.

Weitere Informationen finden Sie in unseren Erläuterungen dazu.

https://www.edoeb.admin.ch/content/edoeb/de/home/dokumentation/taetigkeitsberichte/aeltere-berichte/18--taetigkeitsbericht-2010-2011/datenschutz-beim-einsatz-von-smart-meter.html